Weitenfeld
Aus Oedland
Eine der großen Steppen Oedlands, hier kann man morgens schon sehen wer abends zu Besuch kommt. Die Menschen hier finden überall irgend etwas nützliches, die kleinste Spur nehmen sie als Anlaß zum Suchen und sie finden! Die Tiere in dieser Region sind robust und so wie die Menschen nicht klein zu kriegen.
Von den Weitenfelder
„Ich soll dir also was über meine Heimat erzählen, alter Mann? Also gut...
Wenn du wochenlang durch die Ödlande reist und das Land langsam immer flacher wird, kein Gebirge mehr deinen Weg versperrt und dein Blick bis zum Horizont reicht, dann bist du in Weitenfeld. Ein Weitenfelder liebt die Weite seines Landes, nein vielmehr braucht er sie auch. Du wirst eine Weitenfelder Sippe selten länger als einige Wochen, vielleicht ein paar Monate an der selben Stelle antreffen. Sie ziehen mit ihren Rinderherden durchs Land – immer auf der Suche nach fruchtbaren Ländern. Das Steppenrind ist sowieso der größte Schatz eines Weitenfelders, er hat gelernt, das Rind vollends zu verwerten: das Fleisch eines einzigen dieser Steppenbullen nährt eine Sippe wochenlang, aus dem ledrigen Fell werden die grossen Rundzelte gefertigt, in dem die ganze Sippe lebt, die Milch der Steppenkühe ist nicht nur bei den Weitenfeldern eine Delikatesse und aus den Hörnern eines dieser mächtigen Bullen werden die berühmten Ödland-Hörner – die Reliquien des Laster-Glaubens – gefertigt. Die Weitenfelder treiben regen Handel mit den anderen Völkern des Landes – vorwiegend natürlich mit den Luten. Es werden die wichtigsten Güter getauscht, Gewürze und Pflanzen, aber auch exotische Stoffe und Metalle aus den fernen Teilen der Ödlande. Im Gegenzug dazu erhalten die Luten dann das ein oder andere aus der Steppenrinderzucht der Sippe – und natürlich wird auch so manches Horn dabei geleert, sind sie doch für ihren vortrefflichen Schnaps aus der Milch der Steppenkuh bekannt – und jede Sippe hat so ihre eigenen geheimen Rezepte, mit denen sie ihre Kuhmilch „verfeinert“. Innerhalb der Sippe gibt es immer einen Ältesten, der die Führung der Gemeinschaft übernimmt. Die Männer und Frauen üben dann gemeinsam alle weiteren Pflichten aus, und es ist unabhängig, da unter den Weitenfeldern Gleichberechtigung herrscht: Es gibt unter ihnen sowohl weibliche Krieger oder Jäger, die ihre Grenzen gegen wandernde Räuber verteidigen und wilde Tiere jagen, als auch männliche Köche, die an den grossen Feuern die Sippe verköstigen. Unerlässlich ist einem Weitenfelder natürlich ihr Glaube. Selbstverständlich hat sich auch unter den Weitenfeldern die beiden göttlichen Kumpane „Laster“ und „Zaster“ verbreitet – doch ist der Glaube an ‚Leif, den Jäger der Steppe’ weiterverbreitet, gilt er doch vor allem noch in den zurückgezogen lebenden Sippen als Urahne der Ältesten.
Tja, was soll ich sonst noch sagen über Weitenfeld? Lass uns doch einfach mal wieder dahin zurückkehren, dann wird ich euch meiner Sippe vorstellen – die werden sich sicher freuen. Darauf ein Martusch...!“ (Ansgar Gerberson; Ehmaliges Mitglied des Hndelszugs des Salix Fuxfell)